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Wenn die Kanzlerin das wüsste! Geben Sie ihr meinen Brief!

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Wen interessiert’s?
Reaktionen auf meinen persönlichen Brief an unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel.

Mittwoch den 04.06.2014 übergebe ich in der Parteizentrale der CDU in Berlin meinen Brief an Herrn M. Lackamp. Dieser verspricht Ihn weiterzuleiten.

Am späten Abend die erste Reaktion per Mail von Fr. T.J. Krause (CRM-Team, Bürgerservice der CDU Geschäftsstelle).
Sie bedauert verständnisvoll meine persönliche Situation und weist mich auf die bestehenden Mietrechtgesetze, sogar auf die im Koalitionsvertrag Beschriebenen, hin. Mit keinem Wort geht sie auf die, in meinem Brief beschriebene Rolle der Bima und des Bundesfinanzministeriums ein. Diese leisten durch den Verkauf von Bundeseigentum zum Höchstpreis meiner Meinung nach spekulativen Käufen Vorschub. Verantwortungsvolle städtische Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften können zum Höchstpreis nicht mitbieten. Entgegen, der von der Politik oft versicherten Aussage „ bezahlbaren Wohnraum” zu erhalten, passiert durch dieses Höchstpreisgebot das Gegenteil. Das hat Fr. T.J. Krause scheinbar übersehen.

Am Tag darauf ruft mich ein Hr. Kaplitz-Kühn an und stellt sich als persönlicher Referent der Bundeskanzlerin vor. Er informiert mich, dass er bei einer passenden Gelegenheit meinen Brief der Kanzlerin gegenüber erwähnen wird. SIE BEKOMMT IHN ALSO NICHT ZU LESEN! Seine Begründung: Ich hätte ein völlig falsches Demokratieverständnis, wenn ich davon ausgehe, dass unsere Bundeskanzlerin Einfluss auf das Vorgehen ihrer Ministerien hat. Der Rechtsweg bliebe mir ja offen. Ich bin fassungslos! Der Herr Referent hat mein soziales Anliegen in diesem Brief wahrscheinlich nicht verstanden. Soziales, humanes Verhalten bei Gericht einklagen, geht so etwas?
Leider habe ich, wie von ihm versprochen, bis jetzt keine schriftliche Bestätigung über den Brief und das Telefonat erhalten.

Ratlos wende ich mich am Freitag den 06.06.2014 telefonisch an die Kummerberatung der CDU-Zentrale. Zu meiner Verwunderung erfahre ich: Hier wird nur bei Kummer auf Landesebene beraten. Für Bundeskummer fehlt die Zuständigkeit. Trotzdem versucht Frau von Bredow mir mit ihrem Rat zu helfen und mich zu trösten, dafür bedanke ich mich noch einmal herzlich. Aber auch sie versichert mir: Frau Dr. Merkel kann sich nicht für uns normale Sterbliche persönlich einsetzen. Sie müsse sich um das GROSSE und GANZE kümmern.

Unsere Bundeskanzlerin, die für ein solidarisches und soziales Europa unermüdlich wirbt hat keine Zeit sich um die Sorgen ihrer Bürger und Wähler zu kümmern. Sie muss es leider Anderen überlassen. Diese Entscheidungsträger in ihrem Namen wissen von der in meinem Brief beschriebenen Not. Immer mehr Politiker merken: Verdrängung von bezahlbaren Wohnraum findet in immer größerem Ausmaß statt und fordern ein Umdenken. Siehe Tagesspiegel vom 14.06.2014 Seite 20, Meinungsseite.

Trotz aller Irritationen, die mich im Moment begleiten, glaube ich fest daran, die Kanzlerin WÜRDE, WENN SIE WÜSSTE, VERDRÄNGUNG NICHT ZULASSEN. Besonders dann, wenn der Verkauf von Bundeseigentum zum Höchstpreis dazu beiträgt.
Nicht umsonst ist unser Land während ihrer Regierungszeit das Vorzeigeland DEUTSCHLAND in Europa.

Barbara Tharra

Fotos: Erkki Svettich-Will

Erläuterung:
Bima (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben)